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Förderpreisverleihung

"Die Förderpreise sind weit mehr als nur Würdigungen vergangener, wenn auch außergewöhnlicher Leistungen", so Wolfgang Grießl, Vorsitzender der Gesellschaft der Förderer der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. "Es sind die Studierenden selbst, die ausgezeichnet werden. Es ist ihre Unkonventionalität im Denken, die sie neue Ansätze und Methoden hat konzipieren lassen. Es ist ihr Mut, neue Wege zu gehen und eigene Ideen umzusetzen. Es ist ihre Eigeninitiative und Motivation, die sie getrieben hat, weit mehr zu tun als erforderlich. Und es ist die Leidenschaft für ihr Thema, die sie auch in schwierigen Zeiten nicht hat aufgeben lassen."

Seitdem die ersten Absolventen im Herbst 1999 die Hochschule verlassen haben, vergibt die Fördergesellschaft Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten. Die Preise sind mit je 1.000 Euro dotiert und werden von Mitgliedsunternehmen der Fördergesellschaft gestiftet.

Die Preisträger und ihre Arbeiten

Auf die Suche nach neuen Wirkstoffen zur Behandlung von Krebserkrankungen hat sich Förderpreisträgerin Janina Schmitz in ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Chemie mit Materialwissenschaften gemacht. Darin geht es um so genannte Proteinkinase-Inhibitoren. Das sind Substanzen, die bestimmte Enzyme im Körper hemmen und damit Tumore gewissermaßen "aushungern" können. Einige Medikamente, die auf diesem Wirkmechanismus beruhen, sind bereits auf dem Markt. Für ihre Abschlussarbeit, die sie bei der Firma Boehringer Ingelheim in Wien anfertigte, forschte Schmitz nach neuen Stoffen dieser Substanzklasse mit verbesserter Wirkung. Diese kann beispielsweise durch eine stärkere Hemmung des Enzyms oder durch eine größere Löslichkeit der Moleküle erzielt werden. Mehr als 100 Syntheseansätze bzw. Einzelsynthesen hat Frau Schmitz im Labor verfolgt. Das Forschungsthema wird weiterverfolgt und gibt Grund zur Hoffnung, in Zukunft vielleicht einen Erfolg bei der Bekämpfung von bösartigen Tumoren erzielen zu können.

Während ihres Studiums an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gehörte Janina Schmitz mit ihren durchgängig sehr guten Noten zu den besten Studierenden ihres Jahrgangs im Studiengang Chemie mit Materialwissenschaften. Auch im Rahmen ihrer Abschlussarbeit zeigte sie mit einer für die kurze Zeit ungewöhnlich großen Zahl an Synthesen überdurchschnittliche Leistungen. Ihre Betreuer, Professorin Dr. Ulrike Bartz von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie Dr. Tobias Wunberg von Boehringer Ingelheim, konnten sich bereits in einer ersten Zwischenpräsentation von der selbstständigen Arbeitsweise und dem großen Fachwissen der Absolventin überzeugen.

Dieser Förderpreis für den Studiengang Chemie mit Materialwissenschaften wird gestiftet von der Siegwerk Druckfarben AG.

Den von der Firma Antiinfectives Intelligence GmbH gestifteten Preis für den Bachelor-Studiengang Applied Biology teilen sich in diesem Jahr Alexander von Wilamowitz-Moellendorf und Charlotte Quirin.

In seiner Abschlussarbeit leistet Alexander von Wilamowitz-Moellendorff einen Beitrag zur Grundlagenforschung bei der Aufklärung von verschiedenen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Krebs sowie Autoimmunerkrankungen. Im Zentrum seiner Untersuchungen steht die Apoptose, der kontrollierte Zelltod. Für die Erhaltung und Erneuerung eines jeden mehrzelligen Organismus ist es überlebensnotwendig, dass geschädigte Zellen bei Bedarf zerstört werden. Unregelmäßigkeiten im Ablauf dieses Regulationsmechanismus können zu den genannten Erkrankungen führen. Ein beliebter und gut geeigneter Modellorganismus zur Erforschung dieser komplexen Vorgänge ist der Rundwurm mit der lateinischen Bezeichnung Caenorhabditis elegans.

In seiner Arbeit forschte von Wilamowitz-Moellendorff nach bisher unbekannten Regulatoren für den kontrollierten Zelltod. Zu diesem Zweck untersuchte er Würmer, die nach genetischer Veränderung und anschließender Bestrahlung eine besonders hohe Anzahl an sterbenden Zellen aufwiesen. Dabei konnte er zwei Würmer mit genetischen Veränderungen identifizieren und genau klassifizieren. Bei einem der Würmer konnte sogar die genaue Stelle der Veränderung im genetischen Material lokalisiert werden. Die Arbeit wurde betreut von Professorin Dr. Edda Tobiasch und Professor Dr. Hans Weiher von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und ist ein weiterer Baustein, um die komplexen Vorgänge beim kontrollierten Zelltod besser verstehen zu können.
Während seines Aufenthalts an der Universität Dundee in Schottland hat sich Alexander von Wilamowitz-Moellendorff als ein guter Repräsentant der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gezeigt, wie seine Betreuerin Tobiasch zu berichten weiß. Mit seiner Abschlussarbeit sowie mit seinen Noten für die Modulprüfungen gehörte er auch dort zu den besten Studierenden. Darüber hinaus hat er durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten auf sich aufmerksam gemacht, zunächst während seiner Schulzeit als Sprecher der Schülervertretung, später dann als Fachschaftssprecher an der Hochschule sowie als Mitglied des Fachbereichsrats. Mit großem Arbeitseinsatz hat er außerdem den von ihm gewählten Studiengang Applied Biology betrieben und sein berufliches Ziel bestimmt verfolgt.


Für die hohe Qualität ihrer Arbeit auf dem Gebiet der Schmerzbekämpfung und Depression wurde Bachelor-Absolventin Charlotte Quirin ausgezeichnet. In ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie, wie die Produktion des körpereigenen Botenstoffs Galanin auf genetischer Ebene gesteuert wird. Galanin wird in Nervenzellen freigesetzt und spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen und Schmerz. Eine fehlerhafte Produktion von Galanin kann zu verschiedenen Erkrankungen des Nervensystems und Depressionen führen. Wie die Arbeit der Absolventin zeigt, steuert die von ihr untersuchte Genregion die Produktion des Botenstoffs in der Zelle. Dieser Genabschnitt könnte somit auch für Störungen und das Auftreten der genannten Krankheiten verantwortlich sein. Betreut wurde die Bachelorarbeit aus dem Studiengang Applied Biology durch Professorin Dr. Edda Tobiasch von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie Professor Dr. Matthias Kassack von der Universität Düsseldorf.

Gefördert durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) hat Charlotte Quirin ein Auslandssemester an der Universität von Aberdeen in Schottland verbracht und dort anschließend auch ihre Abschlussarbeit angefertigt. Zusätzlich zum Bachelor of Science der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg wurde ihr daher noch der Titel Bachelor of Honours der Universität von Aberdeen verliehen. Neben ihren herausragenden Leistungen im Studium fiel Quirin insbesondere durch ihr außergewöhnliches soziales Engagement auf. Schon früh ging sie im Freiwilligendienst als Assistenzlehrerin nach Tansania. An der Hochschule setzte sie sich in der Fachschaft sowie im Fachbereichsrat für die Interessen der Studierenden ein. Auch nach Beendigung ihres Studiums ist sie weiterhin international tätig, zurzeit als Doktorandin an der Universität im belgischen Löwen.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



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